HS. Perspektiven: Bilder der Arbeit: Filmische Inszenierungen von Arbeit in Deutschland zwischen Ästhetik und Politik

Dozent:innen: Johanna Böther
Kurzname: 05.054.24_170
Kurs-Nr.: 05.054.24_170
Kurstyp: Hauptseminar

Inhalt

In aktuellen Debatten polarisiert das Thema Arbeit in Deutschland so stark wie schon lange nicht mehr. Während einige Stimmen behaupten, der Wohlstand des Landes könne nur durch zusätzliche Arbeitsstunden, einen gesteigerten Arbeitseifer und erhöhten Druck auf sog. „Arbeitslose“ gesichert werden, fordern andere unter Berufung auf die negativen gesundheitlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen von hohen Arbeitsbelastungen eine deutliche Reduzierung von Arbeitsstunden und sprechen sich aufgrund stetig steigender Miet- und Lebenshaltungskosten für Lohnerhöhungen aus. Auch der Vorschlag eines bedingungslosen Grundeinkommens löst regelmäßig hitzige Diskussionen aus. Hinzu kommen die (verhältnismäßig weniger sichtbaren) Debatten darüber, welche Formen von Arbeit eigentlich als Arbeit anerkannt und entsprechend kompensiert werden. Während Erwerbsarbeit – die sog. Produktionsarbeit – mit geldwerter Bezahlung entlohnt wird, bleibt die sog. Reproduktionsarbeit oder Care-Arbeit weiterhin unbezahlt.  

Gerade jetzt, wo das Thema Arbeit in Deutschland ein so polarisierendes und umkämpftes Thema ist, scheint eine eingehende Auseinandersetzung mit filmischen Inszenierungen von Arbeit in Deutschland nicht nur spannend, sondern auch unabdingbar. Denn filmische Inszenierungen lassen sich nicht nur als Spiegel gesellschaftlicher Diskurse verstehen – sodass ein Blick in die Filmgeschichte aufschlussreiche Hinweise darauf geben kann, wie Themen in der Vergangenheit gesellschaftlich verhandelt wurden – sondern haben auch, egal wie alt sie sind, das Potential, gesellschaftliche Diskurse der Gegenwart erheblich zu prägen. Die Tatsache, dass Diskurse um Arbeit immer auch mit politischen Machtverhältnissen und Vorstellungen von Rassifizierung, Gender, Klasse und weiteren machtvollen Kategorien verbunden sind, macht die Untersuchung von filmischen Bildern der Arbeit in Deutschland umso dringender.

Im Hauptseminar untersuchen wir filmische Bilder der Arbeit in Deutschland von den Anfängen der Filmgeschichte bis heute, wobei wir für den Zeitraum der deutschen Teilung sowohl die BRD als auch die DDR einbeziehen. Neben fiktionalen und dokumentarischen Kino- und Fernsehfilmen wollen wir dabei auch Reality TV-Formate, Gebrauchsfilme und Social Media-Videos in den Blick nehmen und die filmischen Gegenstände entlang folgender und weiterer Fragen untersuchen: Was zeigt sich, wenn man Bilder der Arbeit in Deutschland mit diskriminierungskritischem Blick betrachtet? Wessen Arbeit und welche Formen von Arbeit werden als (ent-)lohnenswert anerkannt? Welche Bedeutung wird Arbeit für Zugehörigkeit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und persönliches Glück zugeschrieben? Inwiefern werden globale Ausbeutungsverhältnisse reflektiert? Welche ästhetischen Strategien nutzen Filme, um hegemoniale Vorstellungen von Arbeit zu reproduzieren oder kritisch in sie zu intervenieren?

Die Untersuchung der filmischen Beispiele soll dabei stets vor dem Hintergrund sozialer und politischer Verhältnisse erfolgen. Ausgangspunkt und zugleich Erkenntnisziel des Seminars ist die Einsicht, dass Ästhetik und Politik in Bildern der Arbeit stets untrennbar miteinander verknüpft sind. 

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
30.10.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
9181 - Medienhaus
06.11.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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13.11.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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20.11.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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27.11.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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04.12.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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11.12.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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18.12.2025 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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08.01.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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15.01.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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22.01.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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29.01.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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05.02.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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12.02.2026 (Donnerstag) 12:15 - 13:45 00 211 Hörsaal
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