Im Bachelor-Studium Filmwissenschaft erwerben Sie die Fähigkeit, audiovisuelle Phänomene zu beschreiben, zu analysieren sowie historisch und kulturell zu verorten, um sie künftig kritisch reflektieren und diskutieren zu können. Das Studium verbindet zu diesem Zweck filmtheoretische, -analytische und -historische Perspektiven mit interdisziplinären Ansätzen aus den Bereichen der Medien- und Kulturwissenschaft.
Der Bachelor-Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist:
… kritisch
Natürlich lieben wir Filme – manche mehr, manche weniger. Aber in der Wissenschaft geht es nicht um gut oder schlecht, gelungen oder fail. Wir fragen eher danach, wie wir gelernt haben, welche Kriterien einen vermeintlich ‚guten‘ und ‚schlechten‘ Film ausmachen. Warum gilt ein Film als Meisterwerk und ein anderer Film als Trash TV? Inwiefern hängt dies damit zusammen, wer den Film wo zu welcher Zeit gemacht hat, und was lernen wir daraus über uns, kulturellen Geschmack, Kunst? Filmwissenschaft bedeutet ein Umdenken, Hinterfragen und kritisches Überprüfen von scheinbaren Selbstverständlichkeiten.
… interdisziplinär
Filme existieren nicht im Vakuum, sondern sind eingebettet in ihre historische und kulturelle Entstehungszeit. Ebenso spielt es eine Rolle, wo wir sie sehen (etwa im Kino oder über Streaminganbieter), wie sie zirkulieren (etwa auf Festivals oder linearen Fernsehen o. Ä.) und wie wir sie wahrnehmen (ob wir etwa Anspielungen oder kulturelle Codes verstehen). Deshalb ist uns in Mainz eine interdisziplinäre Ausrichtung wichtig und das Studium enthält auch Inhalte aus der Theaterwissenschaft, Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie und Medienkulturwissenschaft.
… medienübergreifend
In Mainz haben wir einen breiten Filmbegriff, d. h. wir interessieren uns für alle Formen von Bewegtbildern, seien dies Memes, YouTube-Videos, Reels/TikToks, Dokumentarfilme, Fernsehserien oder filmische Anleitungen, wie man einen Staubsauger repariert. Sie alle tragen dazu bei, wie wir Welt verstehen und wahrnehmen und sie alle können Gegenstand unseres kritischen Blicks sein. Dabei interessiert uns nicht nur die Ästhetik der Bewegtbilder selbst, sondern auch z. B. die Dramaturgie der Plattform, auf der wir das Video sehen. Wir untersuchen daher ebenso die Zirkulation von Filmen oder werfen ein Blick auf Filmförderungs- und Produktionskontexte.
Im ersten Jahr liegt der Fokus auf den Fragen: Was ist eigentlich Filmwissenschaft? Welche Fragen können wir stellen und beantworten? Wie gehen wir dabei wissenschaftlich vor? Beantwortet werden diese Fragen gegenstandsnah an Texten und Filmen in Vorlesungen und Seminaren. Lehrveranstaltungen der vergangenen Jahre waren hier z.B. „Dokumentarfilm“, „Zeitlichkeit“, „Liebe und Beziehungen“, „Black Cinema“ und „TikTok“.
In der Mitte des Studiums wird das erlernte Wissen vertieft, indem ausgewählte Gegenstandsbereiche der Filmwissenschaft kennengelernt werden. Mögliche Veranstaltungen sind etwa „Exploring Contemporary Latin American Cinema at Días de cine“, „Historisierungen von Hip-Hop“ oder „Akira Kurosawa. Die Ästhetik des langen Abschieds“. Zudem wird der Frage nachgegangen, auf welche Berufswege das Studium der Filmwissenschaft vorbereitet und es gibt die Möglichkeit, ein Praktikum und eigenes kleines Filmprojekt zu verwirklichen.
Gegen Ende des Studiums können in einem Projektseminar innerhalb eines vorgegebenen Rahmens eigene Forschungsinteressen verfolgt werden. Ebenso werden weitere Inhalte filmwissenschaftlichen Arbeitens vermittelt, etwa durch Seminare wie „Bilder der Arbeit: Filmische Inszenierungen von Arbeit in Deutschland zwischen Ästhetik und Politik“, „Geklaut, Kopiert, Komprimiert. Piraterie und Praktiken im Schatten industrieller Distribution“ oder „To make a film means to take a position. Die antikoloniale Filmpraxis von Sarah Maldoror (1929–2020)“.
Das Abschlussmodul begleitet dabei, eine eigene Forschungsfrage zu einem vollkommen frei gewählten filmwissenschaftlichen Thema zu entwickeln und in Form der Bachelor-Arbeit umzusetzen. Verschiedene Themen vergangener Abschlussarbeiten sind oben im Slider zu sehen.
Eine genaue Übersicht finden Sie im Studienverlaufsplan und im Modulhandbuch.
Für das Studium der Filmwissenschaft benötigen Sie eine Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Filmwissenschaft ist im Kern- und Beifach zulassungsbeschränkt, d.h. der NC entscheidet, wer einen Studienplatz bekommt. Weitere Informationen zum NC der vergangenen Semester finden Sie hier. Auch ohne Abitur können Sie studieren, Informationen dazu finden Sie hier. Internationale Studieninteressierte können sich hier informieren.
Die Hauptunterrichtsprache ist Deutsch. Ein Teil der Fachliteratur ist in englischer Sprache verfasst. Ihre Englischkenntnisse sollten Sie dazu befähigen, diese Originaltexte lesen und verstehen zu können.
Neben der Freude an der Rezeption von Filmen sollten Sie ebenso Interesse an der Arbeit mit wissenschaftlichen Texten, dem Verfassen eigener Texte und der Recherche mitbringen oder diese während des Studiums für sich entdecken. Von Vorteil ist außerdem ein Interesse an selbständigem Arbeiten und die Fähigkeit bzw. Bereitschaft zur kritischen Selbstreflexion. Der Bachelor Filmwissenschaft kann sowohl im Kern- als auch im Beifach zum Sommer- und Wintersemester begonnen werden. Eine Bewerbung ist jeweils ab Anfang Dezember bis zum 15. Januar für das Sommersemester sowie ab Anfang April bis zum 15. Mai für das Wintersemester möglich. Sie finden alle Informationen über den Studiengang im Studiensteckbrief. Weiteres über das Bewerbungsverfahren erfahren Sie auf der Seite des Studierendenservice.