Dr. Tullio Richter-Hansen

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

 Forschungsschwerpunkte

  • Frühe Film-/Kinotheorie, Genretheorie
  • Politik und Ästhetik des Spielfilms
  • Sportfilm und Filmsport
  • transdisziplinäre Differenzforschung, Gender Media
  • Weirdness als Effekt, Affekt und Ästhetik
  • Transmedialität
  • Visualisierungen von Hip-Hop

 

Biografie

Tullio Richter-Hansen (Dr. phil.) ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Filmwissenschaft/Mediendramaturgie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und daneben als Redakteur des filmwissenschaftlichen Journals nachdemfilm.de sowie als Filmkritiker tätig. Nach dem Studium und der Promotion – erschienen als Monografie „Friktionen des Terrors“ (2017) – an der Goethe-Universität Frankfurt am Main mit einem Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin war er bereits von 2015 bis 2017 Mitarbeiter und Lehrbeauftragter an der JGU. Von 2016 bis 2018 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Filmwissenschaft der Freien Universität Berlin. Sein Post-Doc-Projekt möchte „Figurationen der Differenz“ im Sportfilm/Filmsport untersuchen.

Aufgabenbereiche

Redaktionelle Betreuung der Website

Forschungsprojekte

Differenziale Vernetztheit in filmischen Sportdarstellungen

Mitgliedschaften

Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)
European Network for Cinema and Media Studies (NECS)

Lehrveranstaltungen

HS. Fernsehformate: Supergirls. Feministische Theorie – Heldinnen in Serie

Dr. Tullio Richter-Hansen

Kurzname: HS Fernsehformate
Kursnummer: 05.054.16_920

Inhalt

Auf den ersten Blick mögen aktuelle Serien wie SUPERGIRL (USA 2015–) und JESSICA JONES (USA 2015–) wie Formate leichter Unterhaltung wirken, zumal als Teil der größeren Comic-Franchises Arrowverse bzw. Marvel Cinematic Universe (MCU). Bezeichnenderweise präsentieren sie innerhalb dieser Großformate die jeweils einzigen weiblichen Titelheldinnen in Serie. Sowohl hinsichtlich ihrer Produktions- und Rezeptionsumstände als auch inhaltlich und ästhetisch bieten sie weitaus mehr als nur ‚guilty pleasure‘: Ohne auf Action und Spezialeffekte zu verzichten, thematisiert etwa SUPERGIRL in zunehmender Reflexivität diverse Formen von Andersartigkeit und ist die zweite Staffel von JESSICA JONES ausschließlich von Regisseurinnen inszeniert worden.

Mit ihren weiterhin vorherrschend patriarchalen und oft sexistischen Strukturen vor und hinter den Kameras können derzeitige Superhelden-Universen [sic] als symptomatische mediale Felder verstanden werden, auf die sich #metoo oder die Forderung nach Gender-Quoten bisher nur vereinzelt ausgewirkt haben. SUPERGIRL und JESSICA JONES sind dagegen ‚anders‘ – sie entfalten dezidierte Potenziale jenseits männlich und heteronormativ dominierter Erzählungen. Ihre fraglos vorhandenen Genrekonventionen und ökonomischen Implikationen sind gleichzeitig von hoher Relevanz – gerade im Verhältnis zu den non-normativen Aspekten.

Inwiefern wir Formate wie diese (als) feministisch lesen können, soll im Seminar anhand theoretischer Positionen des Identitäts- und Differenzdiskurses erprobt werden. Die Idee ist dabei, je einzelne Serienepisoden mit prägenden Schriften der Frauenbewegungen, feministischer Filmtheorie sowie der Gender Studies zu konfrontieren. Neben konkreten Medienanalysen und Textdiskussionen wird unsere Aufgabe daher auch sein, die unterschiedlichen Felder transdisziplinär zusammenzudenken – d.h. uns mit dem Verhältnis von Theorie, Medienästhetik und Politik auseinanderzusetzen. Das Ziel der Veranstaltung ist einerseits ein fächerübergreifendes, nämlich in einer historischen Perspektive Feminismen kennen- und reflektieren zu lernen. Andererseits geht es darum, mit diesen meist soziologischen oder kulturphilosophischen Ansätzen unsererseits spezifisch filmwissenschaftlich zu arbeiten.
Es wäre gut, wenn sich am Seminar Interessierte schon vor Semesterbeginn so umfangreich wie möglich in die genannten Serien ‚einsehen‘ könnten. Bei Schwierigkeiten mit dem Zugang zum Material melden Sie sich gerne bereits vorab: trichter@uni-mainz.de.

Empfohlene Literatur


  1. Degele, Nina: Gender/Queer Studies. Eine Einführung, Fink: Paderborn 2008 [insb. 2.]
  2. Gerhard, Ute: Frauenbewegung und Feminismus. Eine Geschichte seit 1789, 2, Aufl., Beck: München 2012
  3. Peters, Kathrin; Seier, Andrea: „Gender & Medien. Einleitung“, in: Dies. (Hg.): Gender & Medien-Reader, diaphanes: Zürich/Berlin 2016, S. 9–19

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
18.04.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
25.04.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
02.05.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
09.05.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
16.05.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
23.05.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
06.06.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
13.06.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
27.06.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
04.07.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
11.07.2019 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus

Semester: WiSe 2019/20

 

Publikationen

[2019] - [2018] - [2017] - [2016] - [2015] - [2014]

2019

2018

2017

2016

2015

2014

  • Richter-Hansen, Tullio:
    He got game : der Sportfilm als Genre
    Gugutzer, Robert (Hrsg.). Sport im Film : zur wissenschaftlichen Entdeckung eines verkannten Genres. Konstanz, : UVK-Verl.-Ges., 2014. S. 27 - 36

Vorträge

2019

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Refigurations. CorpoReality of Crisis in 2010's Greek and German Cinemas“
    International Workshop ‚Posthuman Intimacies‘, University of Toronto, 1. August.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „BEWEGUNG|S|BILDER. Vom Sportfilm zum Filmsport als Gegenstand transdisziplinärer Forschung“
    Vortragsreihe ‚Film im Fokus anderer Disziplinen‘, JGU Mainz, 29. Januar.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „‚It matters which figures figure figures.‘ Haraways Methodologie – Haraway als Methode“
    Situated Knowledge or Staying with the Trouble? Interdisziplinäre Zugänge zu Donna Haraway, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 26. Januar.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „WIDER|WORTE. Relationen diskursiver und ästhetischer Differenzkritik oder Ausdifferenzierung“
    Forschungskolloquium Prof. Dr. Sabine Nessel, Freie Universität Berlin, 12. Januar.

2018

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Beyond Words. Auditive und diskursive Non-Normativität in der filmischen Ästhetik Urszula Antoniaks“
    Stille, Sound, Musik. Akustische Ebenen der Immersion, JGU Mainz, 9. November.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Im Western nichts Neues? Fassbinder, Arslan und die Multidiskursivität von Genres“
    Streben gen Westen, FILMZ – Festival des deutschen Kinos/JGU Mainz, 1. November.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Filmsportliche Transfigurationen. Potenziale der Gender- und Nationalitätsdifferenzierung in der Kampfsportdarstellung“
    Körper und Geschlecht in Bewegung, Universität Osnabrück, 5. Oktober.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „ReVamping Rap Visuals. Zur Relationalität und Historizität aktueller Hip-Hop-Bewegungsbilder“
    Rethinking Black Music, Universität Bayreuth, 21. Juni.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Sporting Weird Corporeality. Film Sports as Documentaristic Incidents in Greek ‚New Wave‘ Cinema“
    Contemporary Greek Film Cultures: Stategies of the Documentary, Universität Wien, 16. Mai.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Transmediales Fadenspiel. Relating Hip-Hop Visualz the Hara-Way“
    31. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Ruhr-Universität Bochum, 15. Februar.

2017

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Trans*Figurationen. Dynamische Potenziale der Differenz-Performativität im Filmsport“
    Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 7. Oktober.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Queerness als Weirdness. Posthumane Ästhetik im europäischen Krisen-Kino“
    Gender, Affect, Neoliberalism: The Realist Turn in Contemporary German & European Cinemas, Freie Universität Berlin, 2. August.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „BEAUTIFUL BOXER. Dynamische Potenziale der Differenz-Darstellung im Sportfilm/Filmsport“
    Forschungskolloquium Prof. Dr. Sabine Nessel, Freie Universität Berlin, 5. Juli.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Stars | Performativität | Rollen-Modelle. Zur Medienspezifik der Produktion, Ästhetik und Rezeption des filmischen Schauspiels“
    Theorien der Theater-, Kultur- und Filmwissenschaft, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 16. Mai.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „(As) Queer As Weird. Ästhetik des Absurden im Kino zur Krise“
    30. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Universität Hamburg, 9. März.

2016

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Sporting the Difference. Theorie und Ästhetik differenzialer Vernetztheit in filmischen Sportdarstellungen“
    Forschungskolloquium Prof. Dr. Sabine Nessel, Freie Universität Berlin, 30. November.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Wer ist wir? Deutscher Film von Migration bis queer“ (Eröffnungsrede)
    Symposium FILMZ – Festival des deutschen Kinos, Bar Jeder Sicht Mainz, 23. November.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Humandifferenzierungen im Sportfilm. Filmische Konfigurationen differenzialer Vernetztheit am Beispiel Gender/Sexualität“
    Lunch-Vorlesungen ‚Denkanstöße‘, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 8. November.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Mediale Kriegserklärungen? Strategien körperlicher Differenzialität im sportkritischen Spielfilm“
    Jahrestagung der GfM, Freie Universität Berlin, 29. September.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Konfigurationen der Vernetztheit von Differenzierungsdimensionen in BEND IT LIKE BECKHAM und CITY WITHOUT BASEBALL“
    Forschungskolloquium Prof. Dr. Sabine Nessel, Freie Universität Berlin, 21. Juli.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „F(r)iktionen des Sports: Zur Verwobenheit geschlechtlicher und sexueller Differenz im Sportfilm“
    Sexismus und Homophobie im Sport, Universität Vechta, 6. Juli.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Mad Men & furiose Frauen? Maskulismus, (Anti-)Feminismus und die Gender-Dimensionen des Spielfilms MAD MAX: FURY ROAD“
    Populärkultur – Geschlecht – Handlungsräume, Universität Rostock, 21. Mai.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Sporting the Difference. Mediale De-/Konstruktionen von Humandifferenzierungen im Sportfilm“
    29. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Universität Bayreuth, 24. Februar.

2015

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Multiple mediale Differenzialität am Beispiel des japanischen Sportspielfilms GLOVE (2011)“
    Forschungskolloquium Prof. Dr. Sabine Nessel, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 28. Oktober.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Humandifferenzierungen in der medialen Sportdarstellung. Multidiskursivität und Ästhetik des Baseball-Spielfilms“
    Forschungskolloquium Prof. Dr. Sabine Nessel, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 18. Juni.

2014

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „‚Kill him for me‘ – again. ZERO DARK THIRTY und das Post-9/11-Kino“
    Promovierendenforum, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, 30. Mai.

2013

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Terror und Gegen-Terror. Politik und Ästhetik des US-Spielfilms nach 9/11 am Beispiel BODY OF LIES“
    Promovierendenforum, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, 31. Mai.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „Medium – Technik – Krieg. Analoger Terrorismus und digitale Terrorismusbekämpfung im Post-9/11-Spielfilm“
    12. Workshop des Netzwerks für Terrorismusforschung, Universität der Künste Berlin, 14. März.
  • Richter-Hansen, Tullio:
    „HE GOT GAME – Der Sportfilm als Genre“
    Sport im Film. Sozial- und kulturwissenschaftliche Zugänge im Dialog, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 25. Januar.

2012

  • Richter-Hansen, Tullio:
    „WHAT IF? Spekulation über das (Un-)Vorstellbare: 9/11 und der Katastrophenfilm“
    Jahrestagung der GfM, Goethe-Universität Frankfurt am Main, 4. Oktober.