Lehrveranstaltungen Filmwissenschaft / Mediendramaturgie

MA S. Formen der Repräsentation: Blick zurück im Zorn – Zu Geschichte, Politik und Ästhetik des historischen Dritten Kinos

Dr. Cecilia Valenti

Kurzname: S FormRepräsentat
Kursnummer: 05.054.600

Inhalt

Das Seminar setzt sich mit der Geschichte des historischen Dritten Kinos auseinander: 1969 unternahmen die argentinische Filmemacher Fernando E. Solanas und Octavio Getino den Versuch, das Medium Film in den Dienste des antikolonialen Kampfes zu stellen und
forderten ein selbstbestimmtes Kino der Dritten Welt. Jenseits von Hollywood sollte es verortet sein, aber auch jenseits des mit der europäischen Linken verzahnten Autorenfilms. Ein Kino, das in enger Verschränkung mit den sozialen Bewegungen Lateinamerikas, Afrikas
und Asiens gegen die Gewalt der Neokolonialisierung eintreten sollte. Der agitatorische Ansatz des Dritten Kinos drückte sich in Filmen aus, die höchst differenziert entfielen: Das Spektrum reicht von militanten Dokumentarfilmen, zu selbstreflexiven Experimenten, bis hin zu Spielfilmen eines nie als einheitlich zu begreifenden Filmkorpus. Die Produktion von Bildern war stets von der von Texten begleitet – von Manifesten und Pamphleten, die eine „Ästhetik des Hungers“ (Glauber Rocha) oder ein „Kino der Imperfektion“ (Julio García Espinosa) ankündigten. Ziel des Seminars ist zum einen die für das Dritte Kino spezifische Einbettung in soziale und diskursive Praktiken zu rekonstruieren und zum anderen Produktions- und Distributionsverhältnisse von Kinematografien jenseits Europas und Nordamerikas zu thematisieren.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt

Semester: WiSe 2020/21