Ü. Gegenstände erforschen: Relationalitäten

Dozent:innen: Dr. Tullio Richter-Hansen
Kurzname: 05.054.24_110
Kurs-Nr.: 05.054.24_110
Kurstyp: Übung

Inhalt

Was war zuerst da: (die Henne oder das Ei?) die Relation oder das, was in Relation steht? Relationalität ist ein Konzept, das Verhältnisse und Beziehungen als Prinzipien versteht – also Verhältnismäßigkeiten und Beziehungsweisen in den Blick nimmt. Etwas als relational zu begreifen, heißt, es nicht nur einzeln und nicht als gegeben, sondern nur im Verhältnis zu anderem zu begreifen. Im Singular ist Relationalität ein Oberbegriff für eine ganze Reihe spezifischer und teils sehr unterschiedlicher Konzepte. Auch einfache Dichotomien wie weiblich/männlich funktionieren zunächst relational, indem nämlich die Bezeichnung ‚männlich‘ durch den (vermeintlichen) Gegenbegriff ‚weiblich‘ überhaupt erst Konturen erhalten kann. Gerade der Verweis auf ihre relationale Konstellation kann daher eine Kritik dieser Dichotomie begründen. Wissenschaftlich gesehen, ist Relationalität eine Perspektivierung und keine Wertung, aber ihr Einsatz hat umso wichtigere ontologische, epistemologische und politischen Implikationen.

Bzw. Film
In der Übung geht es um Relationalitäten(:) Bzw. Film. Zunächst werden wir uns verschiedene relationale Konzepte erarbeiten, also unterschiedliche Relationalitäten kennenlernen und aufeinander beziehen. Zur Diskussion stehen die genauen Argumentationsgänge, produktiven Anschlussstellen, aber auch Grenzen dieser Konzepte – gerade für ihren Einsatz in der Filmwissenschaft. Der Schwerpunkt der Übung liegt auf einem konstitutiv relationalen Verständnis von Differenz als Analyseperspektive, das sich u. a. auf Sara Ahmed, Judith Butler, Chela Sandoval, Donna Haraway, Karen Barad und Trinh Minh-ha beruft. Diese Perspektiven betonen komplexe Verflechtungen und Prozesse der wechselseitigen (auch medialen) Herstellung. Sie helfen dabei, die filmische Verhandlung gesellschaftlicher Machtverhältnisse kritisch zu hinterfragen. Das Ziel der Übung besteht also darin, uns mit diesen Konzepten der Beziehungsweise (= Bzw.) Film anzunähern. Das heißt, es wird nicht in nur Relationales im Film beleuchtet, sondern vor allem, inwiefern Relationalitäten als produktive Filmanalytik fungieren und inwiefern daher Film als eine Beziehungsweise fungiert.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
14.04.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
21.04.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
28.04.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
05.05.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
12.05.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
19.05.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
26.05.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
02.06.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
09.06.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
16.06.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
23.06.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
30.06.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
07.07.2026 (Dienstag) 10:15 - 13:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus