Aktuelles Lehrangebot

MA S. Mediale Dramaturgien: Postfaktisches Erzählen

Dozent:innen: Dr. Tullio Richter-Hansen
Kurzname: S MedialDrama
Kurs-Nr.: 05.658.19_580
Kurstyp: Seminar

Inhalt

In den letzten Jahrzehnten haben sich gesellschaftspolitische Phänomene im Umgang mit Wissen und Wissenschaft herausgebildet bzw. intensiviert, die u.a. als postfaktisch, post-truth, alternative Fakten und Wissenschaftsleugnung beschrieben werden. Gemeinsam ist ihnen die selektive Ablehnung konsensueller Wissensbestände und wissenschaftlicher Faktizität zugunsten emotionaler Effekte und ‚gefühlter‘ Wahrheit. Häufig gehen diese Phänomene mit Verschwörungserzählungen einher, die nicht immer konspirative Theorien aufstellen, aber stets gesellschaftlich dominante – zumeist wissenschaftlich verbriefte – Erklärungsmodelle in Frage stellen.
 
Der doppeldeutige Seminartitel ist dem Sammelband „Postfaktisches Erzählen?“ (Weixler et al. 2021) entnommen: Er meint hier erstens filmische Erzählungen über Postfaktizität und verwandte Phänomene wie z.B. im Dokumentarfilm MERCHANTS OF DOUBT (2014) oder im Spielfilm DON’T LOOK UP (2021). Zweitens bezieht er sich auf ihrerseits kontrafaktisch und unwissenschaftlich argumentierende filmische Narrationen wie z.B. der konspirative Politthriller JFK (1991) oder die dokumentarische 9/11-Verschwörungserzählung LOOSE CHANGE (2005). Im Seminar werden wir uns mit beiden Facetten beschäftigen, d.h. sowohl Verfilmungen des Postfaktischen als auch postfaktische Filme untersuchen. Flankiert von interdisziplinärer Literatur zur Thematik stehen die spezifisch filmischen Verfahren im Mittelpunkt, die im kritischen und affirmativen Umgang mit Postfaktizität eingesetzt werden. Gleichzeitig werden grundsätzliche epistemologische und wissenschaftspolitische Fragen aufgeworfen: Wie kann die mediale Darstellung von Wissenschaft und ihrer Leugnung (geistes)wissenschaftlich analysiert und theoretisiert werden? Inwieweit lässt sich der Wahrheitsgehalt von Filmen überhaupt filmwissenschaftlich überprüfen? Was bedeuten diese Phänomene nicht zuletzt für das methodische Selbstverständnis von Kulturwissenschaft?

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
15.04.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
22.04.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
29.04.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
06.05.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
13.05.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
20.05.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
27.05.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
9181 - Medienhaus
03.06.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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10.06.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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17.06.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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24.06.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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01.07.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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08.07.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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15.07.2025 (Dienstag) 14:15 - 15:45 01 110 PC-Raum, Seminarraum 2
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