Jakob Larisch, M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

IllustrationForschungsschwerpunkte

  • Motive und Hintergründe filmischer Gewaltdarstellung
  • Film und Recht in Deutschland
  • Politische Tendenzen im aktuellen Kino
  • Metafiktionalität und Postmoderne
  • Horrorfilm

 

Biografie

Jakob Larisch studierte von 2010 bis 2016 Filmwissenschaft und Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Währenddessen arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft und leitete seminarbegleitende Tutorien zur Filmanalyse sowie zur Filmtheorie. Seit April 2016 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaft tätig und promoviert aktuell zum Thema Die politischen Hintergründe filmischer Gewaltdarstellung im Spannungsfeld von Kunstfreiheit und deren rechtlicher Beschränkung.

Mitgliedschaften

Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)

Lehrveranstaltungen

HS. Film als Experimentierfeld der Sinne: Das schlechte Gewissen der Filmgeschichte: Eurocult- und Exploitationfilm

Jakob Larisch M.A.

Kurzname: HS Film Exp Sinne
Kursnummer: 05.054.16_1020

Voraussetzungen / Organisatorisches

Das Seminar kann nur gemeinsam mit der „SLS. Angeleitete Sichtung zum Seminar“ besucht werden! Die Anmeldung zur Sichtung erfolgt nach der 3. Lehrveranstaltungsanmeldephase durch das Studienbüro FTMK

Hinweis für Studierende der PO 2011:
Die Teilnahme am „SLS. Angeleitete Sichtung zum Seminar“ ist eine verpflichtende Studienleistung.

Empfohlene Literatur

Feaster, Felicia / Wood, Bret: Forbidden Fruit. The Golden Age of the Exploitation Film. Luminary Press, Baltimore 1999.
Shipka, Danny: Perverse Titillation: The Exploitation Cinema of Italy, Spain and France, 1960-1980. Jefferson 2011.
Stiglegger, Marcus: Sadiconazista. Faschismus und Sexualität im Film. 2. Auflage. St. Augustin 2000.

Inhalt

Nicht nur die „neuen Wellen“ der 1960er- und 1970er-Jahre (New Hollywood, Nouvelle Vague, Neuer Deutscher Film) ließen bis dahin geltende filmische Traditionen hinter sich und brachen Strukturen auf den Ebenen von Produktion und Ästhetik auf, das „Neue“ der damaligen Zeit äußerte sich auch in ihrem populär ausgerichteten und marktschreierischen Gegenstück: dem Eurocult- und Exploitationfilm. Mit wenig Budget waren es Regisseure, die oftmals einen Außenseiter-Status aufwiesen, weder zum klassischen noch zum anspruchsvollen Kino zählten oder zählen wollten, sondern neue Freiheiten der damaligen Zeit nutzten, um Kino einer anderen Art zu machen, das immer wieder „zwischen den Stühlen“ stand.
Die Begriffe „Eurocult“ und „Exploitation“ sind kaum trennscharf zu nutzen; der nicht geografisch limitierte Begriff des Exploitationfilms (engl. to exploit: ausschlachten/ausbeuten) bringt jedoch in der Regel noch etwas reißerischere Konnotationen mit sich. Er kombiniert auf einer oftmals simplen, teils rudimentären oder auch schlicht absurden dramaturgischen Basis ein hohes Maß an häufig effekthascherischen Darstellungen, die an erfolgreiche filmische Strömungen anknüpfen und von ihnen zu profitieren versuchen. In den USA wurde dies gegen Ende des Studiosystems des Classical Hollywood möglich, als sich Zensurbestimmungen lockerten und autonom agierende Filmemacher (Roger Corman, Russ Meyer, Herschell Gordon Lewis) auf provokante und teils auch moralisch zweifelhafte Weise die Grenzen des zu jenem Zeitpunkt Zeigbaren ausloteten und überschritten. In Europa wiederum lag das Zentrum des „Eurocult“ insbesondere in Italien, Spanien und Frankreich, mit Abstrichen in Deutschland, selten in Großbritannien.
Aufgrund ihrer finanziellen Unabhängigkeit und der daraus resultierenden höheren thematischen Freiheit konnten entsprechende Filme dabei ihr Anliegen drastischer und somit direkter formulieren oder Sujets in den Fokus nehmen, die anderweitig kaum die Möglichkeit einer Darstellung gefunden hätten, wobei sie strikte moralische Strukturen herausforderten, sich mit gesellschaftlichem Rassismus auseinandersetzen oder Kritik an der Kirche formulierten. Ihnen gemein ist die Dekonstruktion einer heilen Welt in Verbindung mit dem taktilen Angriff auf die Sinne und den Körper des Publikums (was sie in die Nähe der so genannten Körpergenres rückt).
Das Seminar setzt sich mit verschiedenen Strömungen des Eurocult- und Exploitationfilms im Lichte ihrer Entstehungszeit auseinander und ergründet die politischen Hintergründe und Dimensionen, die mit ihnen einhergehen: Was verbirgt sich hinter der ausschlachtenden Fassade? In welcher Weise gelingt es den Filmen, politische Fragen und Probleme zu formulieren? Und aus welchem Grund ist dafür ein reißerischer Gestus eventuell sogar nötig?

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
14.10.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
21.10.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
28.10.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
04.11.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
11.11.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
18.11.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
25.11.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
02.12.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
09.12.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
16.12.2019 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
06.01.2020 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
13.01.2020 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
20.01.2020 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
27.01.2020 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus
03.02.2020 (Montag)16.15 - 17.45 Uhr01 002 Seminarraum
9181 - Medienhaus

Semester: WiSe 2019/20

Publikationen

[2019] - [2018] - [2017] -

2019

2018

  • Larisch, Jakob:
    Bismarck
    Beyer, Friedemann (Hrsg.). Stilepochen des Films. Bd. 2. Der NS-Film. Ditzingen, : Reclam, 2018. S. 309 - 316

2017